7 Strategien zur Reduzierung des DSO und zur Verbesserung des Cashflows
Days Sales Outstanding (DSO, deutsch: Forderungslaufzeit) ist eine gängige Kennzahl dafür, wie lange ein Unternehmen benötigt, um eine Rechnung zu einzutreiben. Nach Jahren von Lieferengpässen, starken Nachfrageschwankungen, steigenden Betriebskosten und Liquiditätsengpässen setzen Finanzverantwortliche heute verstärkt Prioritäten auf Ziele rund um dieser zentralen Kennzahl der Debitorenbuchhaltung. Ziel ist es, die DSO zu reduzieren und offene Forderungen schneller einzuziehen.
Ein hoher DSO-Wert bedeutet, dass ein Unternehmen deutlich länger auf Zahlungseingänge wartet. Das kann zu Cashflow-Problemen führen, da zwischen dem Verkauf und dem tatsächlichen Zahlungseingang mehr Zeit vergeht.
Wie wird die DSO berechnet?
Die DSO wird anhand der folgenden Formel berechnet:
DSO = (Offene Forderungen / Umsätze auf Kredit) * Anzahl der Tage im Betrachtungszeitraum
Wenn Ihre Netto-Kreditumsätze (also Umsätze, die nicht sofort bezahlt werden) beispielsweise 950.000 € betragen und Ihr Forderungsbestand über einen Zeitraum von einem Jahr 125.000 € ausmacht, benötigen Sie im Durchschnitt 48 Tage, um Zahlungen von Ihren Kunden zu erhalten. Bei Zahlungszielen von 30 Tagen zeigt dieser Wert, dass Sie die Geschwindigkeit Ihrer Zahlungseingänge erhöhen sollten.
DSO = (125.000 € / 950.000 €) × 365 Tage = 48
7 Strategien zur Reduzierung des DSO und zur Verbesserung des Cashflows
Eine hohe DSO hat erhebliche Auswirkungen auf Cashflow und Umsatz und kann Investitionen in das Unternehmenswachstum verhindern. Schon eine moderate Reduzierung der DSO kann die finanzielle Gesundheit deutlich verbessern. Es gibt mehrere Ansätze, um die DSO zu senken und den Cashflow eines Unternehmens zu optimieren:
Machen Sie es Ihren Kunden leichter, mit Ihnen Geschäfte zu machen
Nutzerfreundliche Zahlungsmöglichkeiten oder ein Online-Zugang für Rechnungen und Kontoauszüge bieten Ihren Kunden mehr Flexibilität und verbessern gleichzeitig Ihren Cashflow. Machen Sie es Ihren Kunden einfach, Rechnungen zu bezahlen und mit Ihnen zu kommunizieren? Ein digitales Zahlungsportal kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten.
Strengere Kreditprüfung
Führen Sie bei allen Neukunden eine Bonitätsprüfung durch? Sind Ihre Kreditbedingungen angemessen und werden sie vom Vertrieb eingehalten? Kennzeichnet der Kundenservice neue Aufträge ohne vollständig ausgefüllten Kreditantrag? Gibt es einen klar definierten Prozess zur regelmäßigen Aktualisierung von Kreditinformationen?
Rechnungsstellung
Sind Ihre Rechnungen korrekt und werden sie pünktlich versendet? Sind Zahlungsbedingungen und Fälligkeitstermine klar und eindeutig auf Rechnungen und in der weiteren Kommunikation angegeben? Wurden Rechnungsadressen und E-Mail-Adressen der Kreditorenbuchhaltung vor dem Versand überprüft? Bieten Sie Anreize für eine frühzeitige Zahlung? Versenden Sie automatisierte Zahlungserinnerungen?
Strategie in der Debitorenbuchhaltung
Verfolgen Sie Kundenreklamationenund verspätete Zahlungen konsequent nach? Messen Sie Ihre Leistung anhand klar definierter Ziele? Überprüfen Sie regelmäßig Ihre offenen Posten? Erstellen Sie Prognosen für den Zahlungseingang? Verstehen Sie die Gründe für verspätete Zahlungen, etwa Rechnungsabweichungen oder Produktprobleme?
Forderungsmanagement
Gibt es einen klar definierten Forderungsprozess? Verfügen Ihre Mitarbeitenden über geeignete Tools, um die richtigen Maßnahmen zu priorisieren sowie telefonisch oder per E-Mail nachzufassen? Sind sie ausreichend geschult und haben sie genügend Zeit, um alle überfälligen Forderungen zu bearbeiten? Können sie Vertrieb und Kundenservice effizient über strittige Rechnungen informieren?
Anreize
Bieten Sie Skonti oder andere Anreize für schnellere Zahlungen an? Zum Beispiel können Sie einen Preisnachlass für Zahlungen innerhalb von sieben oder zehn Tagen bei einem Zahlungsziel von 30 Tagen gewähren. Diese Rabatte lassen sich häufig durch einen verbesserten Cashflow, geringere Finanzierungskosten und bessere Konditionen bei Gläubigern ausgleichen.
Kundenbereinigung
Niemand trennt sich gern von Kunden. Doch wissen Sie, welche Kunden regelmäßig unzuverlässig sind, nicht reagieren oder trotz guter Leistungen dauerhaft verspätet zahlen? Hat Ihr Unternehmen in Erwägung gezogen, sich von solchen Kunden zu trennen? Ein steigender DSO wird oft durch wenige große Kunden verursacht. Hat Ihr Debitorenteam eng mit diesen Kunden zusammengearbeitet, um die Ursachen für die Verzögerungen zu verstehen?
Über den DSO hinaus: Cashflow ganzheitlich optimieren
Die Verbesserung der DSO ist ein zentraler Bestandteil eines effektiven Cash-Managements. Doch Cashflow hat zwei Seiten: Forderungen (AR) und Verbindlichkeiten. Beide spielen eine gleichermaßen wichtige Rolle für die Liquidität eines Unternehmens. Wer nur einen dieser Prozesse optimiert, wird keine nachhaltige Verbesserung erzielen. Echte Veränderungen entstehen nur, wenn sowohl der Geldzufluss (AR) als auch der Geldabfluss (AP) gestärkt werden.
DPO: Die andere Seite der Medaille
Das Gegenstück zur DSO ist die DPO (Days Payable Outstanding, deutsch: Verbindlichkeitsumschlag). Ähnlich wie die DSO hat auch die DPO großen Einfluss auf die Cashflow-Performance. Sie kann darüber entscheiden, ob Lieferanten ein Unternehmen als „guten“ oder „schwierigen“ Kunden wahrnehmen. Da Branchen, Wettbewerbsumfeld und Verhandlungsmacht stark variieren, gibt es keinen allgemeingültigen Richtwert für eine „gesunde“ DPO. Umso wichtiger ist es, die eigene DPO sowie den der Wettbewerber regelmäßig zu beobachten.
Beide Seiten des Cashflows adressieren
Die Automatisierung nur einer Seite der Cashflow-Gleichung kann neue Ineffizienzen schaffen. Da Prozesse im Forderungs- und Verbindlichkeitsmanagement eng miteinander verknüpft sind, führt eine isolierte Automatisierung häufig zu Silos zwischen Abteilungen und erschwert die Optimierung des Working Capital.